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    Celeron overlclocken

Overclocking entwickelt sich ja zum Volkssport, weswegen wir hier einen Artikel veröffenltichen wollen, in dem wir unsere Erfahrungen schildern wollen. Als CPU verwendeten wir unseren Celeron 366 PPGA, der sich übrigens sehr gut, wie eigentlich alle Celeron, overclocken läßt.

Alle fing damit an, dass mir PC einfach zu langsam  wurde (PII 266 mit 64 MB), weshalb einer neuer Prozessor her mußte. Ich überlegte nicht lange, da für mich fest stand, dass der PII und PIII einfach zu teuer ist. AMD wollte ich nicht, da dieser immer noch Schwierigkeiten macht, den Windows-Kernel emulieren muss und deshalb nicht so schnell bei Spielen ist und einfach nicht so schnell wie vergleichbare Intel-CPUs ist. Daher blieb für mich nur noch der Intel Celeron übrig. Dieser vereint gute Leistung mit einem günstigen Preis - die ideale CPU also. Außerdem ist der Celeron wie oben beschrieben sehr gut zu übertakten, was mir die Kaufentscheidung noch vereinfachte!

Als nächstes kam die Frage der Geschwindigkeit auf - soll´s ein 366-er oder ein 400-er werden. Ich entschied mich für den Celeron 366, da er zu dieser Zeit rund 100,- billiger war. Für 33 MHz 100,- mehr zu bezahlen, sah ich nicht ein, wobei der Leistungunterschied auch nicht gerade der Größte war.

Ich kaufte mir den Celeron 366  für 159,- komplett mit dem (schlechten) Intel-Lüfter. Für 199,- kaufte ich direkt noch das Gigabyte 6BX-E, da ich noch ein LX-Board im PC hatte. Die Voraussetzung für das Übertakten des Celeron waren also geschaffen (bis auf den Lüfter).

Ich baute die Komponenten ein und taktete den Celeron erstmal normal mit 366 MHz. Alles lief perfekt, obwohl ich Windows nicht neu installierte. Nachdem ich ein paar Benchmarks laufen ließ, die nicht gerade die absolute Leistungssteigerung anzeigten, entschied ich mich erstmal den Celeron mit 75 MHz Bustakt zu betreiben. Mit 75 MHz FSB hatte ich dann erstmal mehr als 400 MHz erreicht - 412,5 MHz um es genau zu nehmen (5.5 x 75 MHz). Der PC lief weiterhin ohne Probleme.

Nach einer Woche probierte ich 83 MHz FSB aus - erst ohne Erfolg. Zwar bootete der PC normal doch Windows wollte nicht mehr so recht starten. Es sicherte immer die System-Registrierungs-Dateien und stellte sie wieder her - jedesmal. Es gelang mir zwar in Windows zu kommen - der PC stürtzte aber öfters ab. Die CPU wurde übrigens nicht wesentlich heißer. Daran konnte es also nicht liegen. Im Internet entdeckte ich ein Posting, wo drin stand, dass es bei 83 MHz FSB Probleme mit Festpallten geben kann, die im UDMA-Mode laufen. Meine IBM DTTA-351010 (10,1 GB) Platte läuft normalerweise auch im UDMA-Mode doch bei 83 MHz machte sie Probleme. Abhilfe schafft der PIO-Mode-4. Stellt man den Modus von UDMA auf PIO-Mode-4 so laufen die meisten Platten auch mit 83 MHz Bustakt. Gesagt, getan! Nach der Umstellung im BIOS bootete Windows wieder normal und es gab keine Probleme. Mit 456,5 MHz (5.5 x 83 MHz) arbeitete und spielte ich einige Wochen.

Nach diesen Wochen las ich einige Postings zum Thema Overclocking des Celeron 366. Manche Leute takteten ihn mit 5.5 x 100 MHz, was eine gigatische Lesitung von 550 MHz ergab. Leider hatte ich ja immer noch die 64 MB PC66 RAM im Rechner, weshalb ich den Versuch mit den 100 MHz FSB erstmal verschieben mußte. Mein Kollege Hendrik Heinemann hatte aber ein Modul PC100 RAM (64 MB), welche ich mir dann auslieh. Ich habe den Bustakt dann auf 100 MHz erhöht. Der PC bootete auch mit 550 MHz. Auch Windows hat er normal gestartet. Der Prozessor wurde erneut nicht wesentlich wärmer. Ich freute mich schon richtig, doch bei dem ersten Start eines Benchmarks stürtzte der PC ab - ein Einzefall? Ich startete neu und startete ein Spiel - wieder ein Absturz. Nach einigen Neu-Installationen hab ich´s dann aufgegeben. Er wollte noch nicht so richtig. Festpallte, Grafikkarte oder andere Perepherie-Geräte leifen wieder normal, da der Divisor bei 100 MHz 1/3 ist, wodurch der PCI-Takt wieder normal lief (33 MHz). Es mußte also doch der Prozessor sein. Ich stellte den FSB wieder auf 83 MHz und betrieb den Celeron wieder mit 456,5 MHz.

In der nächsten Zeit entdeckte ich auf BX-Boards einen Artikel, in dem stand, dass sie die Core-Spannung ihrer Celeron erhöhen mußten um sie mit 100 MHz zu erhöhen. Auch sie hatten eine Adapterkarte von Socket 370 auf Slot 1. Sie erhöhten die Core-Spannung um 0,2 V auf 2,2 V durch das Abkleben von drei PINs der Adapterkarte. Ich dachte mir dann, wenn es bei denen geht, wieso nicht bei mir?

Ich besorgte mir eine Taschentuch-Verpackung, besser gesagt den Klebestreifen der Taschentuch-Verpackung, da dieser sehr gut isoliert und gut klebt. Man kann auch Nagellack zum Isolieren verwenden, was ich aber nicht wollte. Ich klebte also die drei PINs ab und steckte die Adapterkarte samt Prozessor und Kühler wieder in den Slot 1 und startete den PC.

Vorne

Hinten

Im Start-Bildschirm zeigte mir der PC auch die gewünschten 2,2 V Core-Spannung und die 550 MHz an. Wenn es jetzt nicht klappt, klappt es nie, dachte ich mir. Windows startete erneut normal. Dann der große Moment: der erste Start des 3DMarks - und er lief!!!

Auch die nächsten Spiele starteten normal und machten keine Probleme. Der Celeron 366 schien mit 550 MHz konstant und ohne Probleme zu laufen. Hitzeprobleme gab es auch nicht - die Maximal-Temperatur betrug 45° C, was nicht zuviel ist.

Bis heute gab es keine Abstürtze durch den Prozessor, was zeigt, dass sich die Investition in den Celeron 366 lohnten. Mit dem neuen GlobalWin Kühler, den wir bereits getestet haben, bleibt der Celeron sogar im Normal-Betrieb bei ca. 30° C. Nach aufwendigen 3D-Spielen erhöht sich der auf nur 35° C. Ich könnte aber genauso gut auf den Kühler verzichten, denn der Celeron läuft schließlich auch mit dem normalen Intel-Boxed-Lüfter.